Herr Walch beantwortet der Presse am Freitag um 11 Uhr einige Fragen.
Er sieht den bisherigen Verlauf des Planspiels als sehr positiv. In den Gremien, in denen er zu Gast gewesen ist habe er eine gute Gesprächskultur erlebt. Bis auf eine Ausnahme sei die Kommunikation gut gelungen. Das Risiko, das man mit dem Ausfall von 2 Unterrichtstagen eingegangen sei, habe sich gelohnt. Zudem seien nicht nur die Ergebnisse hoffentlich zielführend, das Ganze sei auch eine sehr gute Demokratieförderung.
Ob ein solches Planspiel wiederholt wird, hänge von der Evaluation im Nachhinein ab. Zum einen komme es auf das Feedback der Schüler*innen an, zum anderen aber auch auf das Ergebnis und dessen Umsetzung. Kritisch sieht der Schulleiter die hohe Abwesenheitsquote - vor allem in der Q13 - an diesem Freitag.
Frau Kühn findet, dass eine gute Gesprächskultur vorherrscht. Jedoch widersprächen sich manche Vorschläge oder würden Ihrer Meinung nach zu mehr Druck führen. Beobachtet habe sie das unter anderem im Schülergremium der Oberstufe. Sie sei jedoch gespannt auf die Ergebnisse.
Frau Regelein Merkel sieht in diesem Projekt ein großartiges Projekt, das allerdings mit ein paar Macken behaftet ist. So wurden beispielsweise weder Lehrer noch Schüler ausreichend informiert, was sich laut ihr leicht durch eine Vorlaufzeit und Vorbereitung der Schüler davor lösen lassen würde. Außerdem bemängelt sie, dass die Unterstufe aus diesem Projekt ausgeschlossen wird. Wenn das nicht der Fall wäre, könnten auch Lehrer die eigentlich die Unterstufe unterrichten, sich ein Bild der Situation machen. Zuallerletzt wäre ein besserer Zeitpunkt beispielsweise nach dem Notenschluss, weil die Schüler dadurch in der Lage wären sich voll und ganz auf das Projekt zu fokussieren.
Das Interview wurde mit der Frage eröffnet warum unangekündigte Leistungsnachweise denn sinnvoll wären.
Darauf antwortete Herr Schwamberger nur „damit die Schüler immer gut vorbereitet sind " Auf die weitere Frage ob das nicht ein sehr hohes Stresslevel für Schülerinnen und Schüler wäre, erwiderte er wiederum, dass Stress nicht unbedingt eine negative Auswirkung haben muss sondern es durchaus auch positiven bzw. guten Stress geben kann. Zum Ende hin fügte er hinzu, dass manche Schülerinnen und Schüler es vorziehen an genau solchen Terminen zu fehlen und man ihnen so die Möglichkeit nehmen kann, diesen Terminen auszuweichen.
Herr Kagerer befürwortet die Aktion, da sie (seiner Meinung nach ) eine gute Abwechslung zum monotonen Schulalltag bietet und er bei den Schülern eine große Bereitschaft zur Mitarbeit sieht..
Herr Walch erzählt: Das Planspiel war ein Vorschlag von der SMV zur Demokratieförderung. Sie soll immerhin erlebt werden und der Umgang mit Leistung soll gelernt werden; Die Mitarbeit soll so ideal umgesetzt werden. Das Projekt soll als Meinungsverstärker für die Schülermeinung dienen
Wie er sich zu Exen positioniert?
"Ich habe das Thema bereits mehrmals mit dem Schulforum besprochen; Nach Überlegungen hat das zu einem Nein geführt, weil angekündigte Exen auch zu Druck führen könnten und Angst eine schlechte Voraussetzung zum lernen ist." Er ist gespannt auf unsere Meinung und Argumentation und offen für andere Ansichten. Die derzeitige Umfrage im RMG-aktuell Team könne auch aufschlussreich sein.
Herr Krüger zweifelt den Nutzen der Aktion an, ist allerdings überrascht darüber, dass die Schüler "anders als im Unterricht, überhaupt zu Ordnung und der Einhaltung von (Gesprächs-)regeln im Stande sind."
„Heilsindikativ vor Heilsimperativ“
Wissen Sie, über welches Thema die Gremien diskutieren?
Hr. Tieschky: Ja, Leistungsmessung und so weiter, oder?
Und wie ist Ihre Meinung so dazu? Finden Sie, dass Sie als Lehrer ein gutes System zur Messung der Leistung haben?
Also bei Leistung bin ich sehr zwiegespalten. Das Problem, das ich sehe, ist halt, dass man nicht unbedingt nur aus Angst auf Prüfungen etwas lernen sollte. Auf religiös ausgedrückt heißt es folgendermaßen, Heilsindikativ vor Heilsimperativ. Du musst nicht etwas leisten, damit Gott dich liebt. Also du musst nicht gute Noten schreiben, um geliebt zu werden, sondern weil du schon geliebt bist, deswegen kannst du gute Noten bringen. Deswegen kannst du Leistung bringen.
Leider ist es aber auch wichtig, dass man so ein bisschen Druck macht.
Und finden Sie, da besteht ein Änderungsbedarf, dass man das System ein bisschen ändert, dass es schülerfreundlicher ist oder lehrerfreundlicher?
Das kann ich jetzt so auch nicht beantworten. Ich glaube, das Wichtigste ist, dass man sich selbst verändert.
Also wenn man die Situation, in der man steckt, nicht verändern kann und also in meiner Situation als kleiner Lehrer kann ich natürlich jetzt wenig ändern, dann bleibt eigentlich nur, sich selbst zu verändern bzw. seine Einstellung zu diesem Leistungsdruck zu ändern. Und wenn man das dann eben so sieht, dass man die Leistung nicht bringen muss, sondern dass man die Leistung bringen kann. Wenn es eben nicht mehr auf Druck und Zwang ausgerichtet ist ..., aber das ist schöne Theorie und in der Praxis ist es dann doch immer ein bisschen anders.
Naja, aber genau das versuchen wir jetzt ja quasi, dass wir einen Lösungsvorschlag in den Gremien finden, der realistisch ist und den man umsetzen kann.
Ich glaube, der bestmögliche Weg ist ein Mittelmaß zwischen dem; also ich habe auch schon viel darüber nachgedacht jetzt in letzter Zeit, weil es bei uns Thema ist.
Und was eben das Problem ist, das ich halt als Lehrer habe, ist, dass es viele Schüler gibt, die das wirklich brauchen, diesen Termin, wo es heißt, da wirst du dann geprüft, sonst läuft einfach nichts. Und dann gibt es andere Schüler, die setzt genau der gleiche Termin so stark unter Druck. Also auf der einen Seite, manche brauchen es sehr dringend, andere brauchen es nicht. Das ist schwierig. Es stimmt schon, dass das System für manche Nachteile hat, aber dass es für manche auch nötig ist.